Die Grundbedürfnisse der meisten Menschen in der westlichen Welt sind befriedigt. Nahrung, Kleidung, medizinische Versorgung, Unterhaltung usw. sind im Überfluss vorhanden. Unsere Gesellschaft bietet das potenzial für viele Märkte die nicht für den Grunderhalt des Menschen nötig sind. Der Kapitalismus und die Leistungsgesellschaft sorgen dafür das auch jeder dieser Märkte ausgeschöpft wird und viele stark umkämpft sind.
Gekämpft wird um die Gunst des Konsumenten. Hierbei scheint erkannt worden zu sein das der Konsument nicht immer oder sogar meistens kein bewußter Konsument ist. Ein Mittel in diesem Kampf ist die Werbung und das Marketing. Die Werbe- und Marketingagenturen versuchen dem Konsumenten ein Bild von Produkten zu vermitteln das ihn zum Kauf animiert. Das Bild welches dem Konsumenten vermittelt werden soll besteht dabei schon lange nicht mehr aus den praktischen Vorteilen, den Funktionen und der Qualität des Produktes. Teilweise werden diese Produkt-Eigenschaften sogar garnicht mehr erwähnt. Stattdessen wird versucht das Produkt in eine bestimmte Lebensgestaltung zu positionieren, um dem potenzielen Kunden zu suggerieren das er mit diesem Produkt auch einen Teil dieser Lebensart kauft. Der Konsument soll sich mit dieser neuen Lebensart identifizieren können und das Gefühl haben können (unbewußt) eine neue,bessere Identität angenommen zu haben. Das Problem ist hierbei das „Schubladen“ enstehen. Diese Lebensarten die durch diese Art von Werbung transportiert werden sind künstlich. Sie fördern ein eindimensionales Denken in vorgefertigten Kategorien. Hier beginnt das Problem über den reinen Konsum hinaus. Durch den Versuch den Konsumenten zum Kauf eines Produktes zu animieren wird die subjektive Realität des Menschen verändert. Der erwachsene Mensch mag noch in der Lage sein einfache versuche solcher Natur zu erkenne und diese zu Filtern oder zumindest meint er das ihm dies gelingen würde!
Selbst bei erwachsenen Menschen transportiert Werbung noch erfolgreich realitätsverändernde Assoziationen. Schlimmer noch ist es bei Kinden die diesen Manipulationen fast Schutzlos ausgeliefert sind. Eltern können dafür sorgen das ihre Kinder nur im geringen Maße mit solcher Werbung in Kontakt kommen und gemeinsam mit den Schulen kann ein bewußter Umgang mit dieser Art der Beeinflußung erlernt werden! Allerdings ist fraglich ob den meisten Eltern überhaupt diese Beeinflußung durch Werbung bewußt ist. Und von den Schulen wird wohl ehr verlangt neue Leistungsträger für unsere Konsumgesellschaft zu produzieren, aber das soll ein anderes Thema sein!
Ein Problem bei der Beeinflußung unserer Kinder ist, das dadurch auch ein zukünftiger Erwachsener beeinflußt wird.
Es werden also dem zukünftigen Erwachsenen unbemerkt Strukturen aufgezwängt, mit denen er später,wenn er Erwachsen ist, „in eigenverantwortung“ umgehen muss!
Ich selbst als Autor diese Beitrags möchte mich nicht von dieser manipulierbarkeit ausschließen, versuche aber mein (Kauf-)Verhalten kritisch zu reflektieren und mir dieser Manipulationen im meinem Denken bewußt zu werden. Gezielte Manipulation ist sicherlich nicht nur ein Thema der Werbung und des Marketings. Ich würde mich über Kommentare und Anregungen zu diesem Thema sehr freuen.